Robert-Bonnermann-Schule Herdecke

PresseBerichte

17. Februar 2019 Herdecker Kinder sind mit Freude Forscher - Klaus Görzel - WP

Herdecke. 

Beispielhaftes für den Sachkundeunterricht: Die Robert-Bonnermann-Schule hat Kontakt zur FU in Berlin. Fördern und fordern lautet das Prinzip

Wasser auf Backpulver gibt eine breiige Masse. Essig auf Backpulver lässt das Pulver schäumen. Das lässt sich aus Büchern lernen. Das können Schüler aber auch ausprobieren. An der Robert-Bonnermann-Grundschule in Herdecke wird vor allem darauf geschaut, wer nach der Begegnung von Backpulver mit Wasser oder Essig wissen will, worauf Backpulver denn noch so alles reagieren könnte. An der Schule soll gefördert werden und gefordert, seit einigen Monaten im Rahmen des bundesweiten Projekts Leistung macht Schule, kurz LemaS.

Extra nach Berlin gefahren

Jessika Sander und Birgit Unger sind dafür extra nach Berlin gefahren. Die Beiden unterrichten an der Robert-Bonnermann-Schule Sachkunde. An der Freien Universität haben sie eine Kiste mit Gartenmaterialien vorgesetzt bekommen. Totholz, Laub, Erde. „Ähnlich wie Kinder haben wir alles auseinander genommen“, erinnert sich Birgit Unger, und um genau diesen Rollenwechsel ging es: Wie nähern sich die Kinder Gegenständen, welche Überlegungen stellen sie an, was wollen sie wissen?

Die Geschichte mit der Kiste ist alles andere als banal. Sie illustriert, wie Schule auch sein kann: FEEn-gleich! Das gilt besonders dann, wenn FEE für Freies Entdecken und Experimentieren steht. Bei einer Informationsveranstaltung im September in Münster hatte Professor Hilde Köster von der FU diesen Ansatz bereits auch Lehrerinnen der Robert-Bonnermann-Schule vorgestellt. 300 Schulen machen bundesweit mit bei LemaS. Die FU in Berlin ist der Projektpartner im Bereich Naturwissenschaften. Um Lernumgebungen geht es dabei, in denen Kinder ihre naturwissenschaftlichen und informatikbezogenen Potenziale besonders entwickeln können.

Den Spagat zwischen Fordern und Fördern macht das Kollegium an der Robert-Bonnermann-Schule schon lange. Die Lehrkräfte nehmen sich zurück, lassen die Kinder kommen, geben ihnen die Chance, selbst Fragen zu entwickeln und den Grad zu bestimmen, den ihre Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen Phänomenen haben soll. „Die Rolle als Lehrer ist nicht komplett neu“, sagt Heike Schnell, Leiterin der Bonnermannschule, über individuelles Anleiten und Freiräume. Aber dank LemaS können die Kolleginnen jetzt nachfragen, wenn ein Kind besonderes Interesse beispielsweise an den Reaktionen der Stoffe zeigt und dann neue Impulse braucht, um sich gefordert zu sehen.

„Leistung macht Schule“ ist aber auch ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Denn die Uni in Berlin ist nicht nur eine Art Auskunftsstelle bei Fragen der Wissensvermittlung, sie hat durchaus ein Eigeninteresse: Ein Diagnosewerkzeug will Tobias Mehrtens entwickeln, mit dem sich naturwissenschaftliche Potenziale bei den Schülern erfassen lassen. Mehrtens ist Mitarbeiter der FU und für einen Tag nach Herdecke zu einem Auftaktbesuch gekommen. Künftig wird der Austausch vorrangig über Mails gehen. Jetzt schaut er, wie die Herdecker schon heute ihren Sachkundeunterricht öffnen.

Auf zehn Jahre ausgelegt

Auf zehn Jahre ist das Projekt Leistung macht Schule angelegt. Dabei könnte am Ende auch die Robert-Bonnermann-Schule Schule machen. „Die gewonnenen Erkenntnisse sollen an andere Schulen weitergegeben werden“, weiß Birgit Unger. Denn nicht nur in Herdecke fragen sich Grundschullehrer, wo Förderung bei den naturwissenschaftlich-mathematischen Fächern Sinn macht und wie sie aussehen sollte, um bei den Kindern forschendes Lernen anzuregen.

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